William Sleator
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William Sleator


William Sleator wuchs in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri auf, in einem Elternhaus, in dem Literatur und Musik eine große Rolle spielten. Diese Umgebung inspirierte ihn schon früh zu eigener »künstlerischer« Tätigkeit. Bereits im Alter von sechs Jahren versuchte er sich an seiner ersten Geschichte: »Once there was a fat cat. Boy was she fat. Well, not that fat. But pretty fat.«

Von diesem Zeitpunkt an verfasste er unentwegt eigene Texte, daneben begann er selbst Musikstücke zu schreiben - und galt an der Highschool, die er besuchte, als künstlerisches Genie, weil bei einer Festlichkeit einmal eines seiner Stücke gespielt wurde.

Die Musik und das Schreiben beschäftigten William Sleator auch nach Abschluss der Schule. Nach dem Collegestudium (Englisch und Musik) ging er für ein Jahr nach England, wo er in Harvard weiter Musik studierte. Nebenher arbeitete er als Pianist für die Royal Ballet School. Während seines England-Aufenthaltes lebte er in einem alten Cottage im Wald, in dem früher Pockenkranke von der übrigen Gemeinschaft isoliert worden waren. Dieses Quartier entsprach seiner Neigung zum Grotesken und Makabren, das ihn seit jeher fasziniert hat und immer wieder in seine Bücher Eingang findet. Das Tagebuch, das er während seines England-Aufenthaltes führte, bildete den Grundstock seines ersten veröffentlichten Buches (›Blackbriar‹), das nach seiner Rückkehr in die USA entstand.

Sein Durchbruch als Schriftsteller gelang William Sleator mit dem preisgekrönten Science-Fiction-Roman ›Das Haus der Treppen‹ (dtv pocket 7859). Zu diesem Zeitpunkt in seiner Karriere schien es dem Autor zwingend, sich von den engen Vorgaben der Realität zu befreien und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Sein Prinzip beim Schreiben ist, dass die Handlung und auch Szenerie völlig frei erfunden sind, hingegen seine Figuren an lebenden, ihm bekannten Personen orientiert sind - womit er sich auch manchmal Ärger einhandelt. Was William Sleator am Schreiben von Science-Fiction-Romanen schätzt: Es bietet Anlass, sich zum einen intensiver mit realen naturwissenschaftlichen Tatsachen und neuesten Forschungserkenntnissen zu beschäftigen und zum anderen unerklärlichen Phänomenen nachzuspüren. Beides fasziniert den Autor. Außerdem schätzt er die Herausforderung, die darin liegt, den Leser glaubhaft in den Bann einer anderen Welt zu ziehen, die magisch-spekulativ und frei erfunden ist, aber trotzdem möglich und real vorstellbar sein muss.

Neben seiner schriftstellerischen Arbeit war William Sleator neun Jahre lang als Pianist für das Bostoner Ballett tätig. Gemeinsam mit diesem Ensemble ging er weltweit auf Tournee, doch angesichts des straffen Terminplans, der keinerlei Freiraum mehr für das Schreiben bot, verließ er die Truppe und widmet sich seither ganz dem Schreiben.

Heute lebt der Autor abwechselnd in Boston und Bangkok (Thailand). In Bangkok spielen auch zwei seiner bei dtv erschienenen Romane, ›Gefährliche Wünsche‹ (dtv junior extra 70466) und ›Im Bann der Dämonen‹ (dtv junior extra 70494).