Schütze dich selbst, schütze andere
In Anas Geschichte ist die Rede davon, wie ungeschützter Sex und sexueller Missbrauch das HI-Virus verbreiten und wie Misshandlung, Armut, Ausgrenzung und ein Mangel an Schulbildung Kinder in Gefahr bringen.Wenn es um HIV/AIDS und andere sexuell übertragene Krankheiten geht, kommt es nicht darauf an, welche Hautfarbe du hast, wie viel Geld deine Eltern verdienen, in welchem Land du lebst oder wie alt du bist. Diese Krankheiten können jeden treffen, der ihnen eine Chance gibt.
Es gibt aber Möglichkeiten, das Risiko zu senken, dass du eine solche Krankheit bekommst. Wenn du eine Missbrauchsbeziehung beendest oder meldest, kluge Entscheidungen bezüglich deiner Sexualität triffst oder einfach den Mund aufmachst sowie dich und die Leute in deiner Umgebung informierst, trägst du zu deinem eigenen Schutz bei und kannst anderen ein Vorbild sein.
Ganz gleich, was du in der Vergangenheit getan oder nicht getan hast oder was dir in der Vergangenheit angetan wurde, es ist nie zu spät, dich mit den Fakten vertraut zu machen und Schritte zu unternehmen, um dich selbst und die Menschen, die du liebst, zu schützen.
Wenn du Schmerzen hast, in Schwierigkeiten steckst oder Hilfe brauchst, dann sprich mit jemandem, dem du vertraust - deinen Eltern, einer Schwester oder einem Bruder, einem Vertrauenslehrer oder einem Seelsorger. Wenn du das nicht kannst - aus welchen Gründen auch immer -, dann gibt es andere Quellen zur Unterstützung und Information.
Schütze dich vor HIV/AIDS und anderen sexuell übertragenen Krankheiten
Informiere dich über die FaktenÜber Sexualität sind eine Menge Mythen und falsche Informationen in Umlauf. Es gibt aber auch eine Menge hervorragender Möglichkeiten, an die Wahrheit zu kommen - zum Beispiel über einen Arzt oder eine Beratungsstelle. Die Fakten zu kennen kann dir bei der Entscheidung helfen, was für dich richtig ist.
Triff deine Entscheidungen selbstständig
Wenn du dich über die Fakten informierst und dir Wissen aneignest, kannst du die Entscheidungen treffen, die für dich richtig sind. Lass dich von niemandem durch Druck dazu bewegen, etwas zu tun, bei dem du dich unwohl fühlst. Ob du warten möchtest, bis du verheiratet oder älter bist, ehe du sexuell aktiv wirst - lass dir so viel Zeit, wie du brauchst, um eine wohl durchdachte und reife Entscheidung zu treffen. Wenn du so weit bist, dann stelle sicher, dass dein Partner, deine Partnerin deine Wünsche respektiert.
Senke dein Risiko
Es gibt nur einen Weg, hundertprozentig sicher zu sein, dass du keine sexuell übertragene Krankheit bekommst - Enthaltsamkeit. Es gibt viele Möglichkeiten, jemandem zu zeigen, dass du ihn liebst und dass er dir wichtig ist, ohne mit ihm Sex zu haben. Wenn du der Überzeugung bist, dass Enthaltsamkeit das Richtige für dich ist, dann lass dir von niemandem etwas anderes einreden. Aber wenn du zu dem Schluss kommst, dass du bereit bist, eine sexuelle Beziehung einzugehen, dann kannst du dich am besten gegen das HI-Virus und andere sexuell übertragene Krankheiten schützen, wenn du deinem Partner oder deiner Partnerin treu bist und immer ein Kondom benutzt. Ohne Ausnahme - jedes Mal.
Lass dich testen
Wenn du ungeschützten Sex hast, wenn das Kondom versagt oder wenn du vergewaltigt oder in irgendeiner Weise sexuell missbraucht worden bist, dann finde so schnell wie möglich heraus, ob du HIV-positiv bist oder dir sonst eine sexuell übertragene Krankheit zugezogen hast. Falls dein Test positiv ausfällt, kann umso früher mit der Behandlung begonnen werden. Das könnte entscheidend für ein langes, gesundes Leben sein. Und wenn du schwanger wirst, kannst du dir Informationen darüber besorgen, wie du für dich selbst und das Baby sorgen kannst.
Schütze dich gegen einen Überfall, Missbrauch und Vergewaltigung
Sechzehn- bis Neunzehnjährige sind dreimal häufiger als alle anderen Altersgruppen in Gefahr, das Opfer von Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung oder eines Überfalls mit sexueller Nötigung zu werden. Denk daran, dass es niemals deine eigene Schuld ist, wenn dich jemand angreift, doch es gibt Wege, dich zu schützen.Sei wachsam und aktionsbereit
So gern du deinen iPod oder deinen MP3-Player auch haben magst, stell ihn leise oder nimm die Kopfhörer heraus, wenn du in einer Gegend zu Fuß unterwegs bist oder joggst, die du nicht gut kennst. Achte auf deine Umgebung und die Leute um dich herum. Sag deinen Eltern, wo du hingehst und wann du zurückkommst. Wenn möglich, halte dein Handy in der Hand - für den Fall, dass du schnell Hilfe rufen musst.
Geh mit Freunden
Wenn du zu Partys, ins Kino oder ins Einkaufszentrum gehst, um unter die Leute zu kommen und dich zu erholen, ist es immer eine gute Idee, mit einer Gruppe von Bekannten zu kommen und vor allem zu gehen. Ihr solltet auch verabreden, regelmäßig nacheinander zu schauen.
Ziehe dich aus beängstigenden oder unangenehmen Situationen zurück
Ganz gleich, wo du bist, wenn Neinsagen nicht hilft, dann geh. Sag, was immer nötig ist, um aus einer unangenehmen Situation herauszukommen: »Ich wollte mich gerade mit meinen Freunden treffen. Sie suchen mich wahrscheinlich schon« oder »Meine Eltern können jeden Moment nach Hause kommen«. Oder geh einfach. Mach dir keine Sorgen, dass jemand denken könnte, du wärst nicht cool - die Entscheidung für die Sicherheit ist die coolste und wichtigste Entscheidung, die du treffen kannst.
Hol dir Hilfe, wenn du welche brauchst
Wenn du vergewaltigt oder sexuell genötigt wurdest, dann empfiehlt das Rape, Abuse & Incest National Network (RAINN; Nationales Netzwerk für Vergewaltigung, Missbrauch und Inzest) die folgenden Schritte:- Geh an einen sicheren Ort. Bitte einen Freund, eine Freundin oder einen Erwachsenen, bei dir zu bleiben.
- Dusche nicht, putz dir nicht die Zähne, geh nicht auf die Toilette und zieh dich nicht um. Alle diese Handlungen können Beweise vernichten.
- Wähle 110, um der Polizei zu melden, dass du vergewaltigt oder sexuell genötigt wurdest.
- Sorge dafür, dass du rasch ärztliche Hilfe bekommst. Dann werden nicht nur deine körperlichen Verletzungen versorgt, sondern du kannst auch mit einem Arzt oder einer Ärztin über das Risiko einer sexuell übertragenen Krankheit oder einer Schwangerschaft sprechen.
- Lass von einem Arzt, einer Ärztin oder einer Krankenschwester eine medizinische Untersuchung vornehmen. Dabei werden dann auch Spuren und Beweismaterialien wie Haare und Fasern gesammelt. Wenn du dich untersuchen lässt, heißt das nicht, dass du das Verbrechen anzeigen musst - darüber kannst du entscheiden, wenn du es dir in Ruhe überlegt hast. Aber für den Fall, dass du den Überfall oder die Vergewaltigung anzeigst, ist damit das Beweismaterial gesichert.
- Sprich mit jemandem. Ganz gleich, wie lange der Vorfall schon zurückliegt: es kann eine Hilfe sein, darüber zu sprechen.
Es ist auch Missbrauch oder Misshandlung, wenn ...
Missbrauch ist nicht immer sexueller Natur. Wenn du in irgendeiner Weise an irgendeiner Stelle verletzt wirst, dann schweige nicht darüber. Ob es sich um eine Freundin, einen Freund oder einen älteren Erwachsenen in deinem Leben handelt, niemand hat das Recht, dich zu bedrohen, zu verletzen oder dich körperlich oder seelisch zu überwältigen. Wenn du missbraucht oder misshandelt wirst, kannst du Folgendes tun:Öffne dich jemandem, dem du vertrauen kannst
Sprich mit deinen Eltern oder einem anderen Familienmitglied, einem Freund, einer Freundin, dessen bzw. deren Vater oder Mutter, einer Lehrkraft, einem Seelsorger oder sonst jemandem, dem du vertrauen kannst. Du kannst auch Kontakt zu einer ortsansässigen Jugendberatungsstelle aufnehmen.
Auch Bedrohung ist Missbrauch
Wie andere Formen des Missbrauchs hält auch die Bedrohung an - wenn sie nicht jemand abstellt. Für den Fall, dass du in der Schule, beim Sport, in der Nachbarschaft oder im Internet bedroht wirst:
- Sprich mit deinen Eltern oder einer Person deines Vertrauens.
- Wenn du kannst, halte dich von denen fern, die dich bedrohen.
- Ignoriere die Drohungen, so gut du kannst. Antworte nicht auf E-Mails, sondern drucke sie aus und hebe sie auf, damit du sie einem Erwachsenen zeigen kannst.
- Bleib ruhig. Leute, die dich bedrohen, wollen dich ängstigen. Tritt ihnen mutig entgegen, wenn es sicher erscheint, und geh dann weg.
Es geht nicht nur um dich
Dich selbst zu schützen kann auch helfen, die zu schützen, die du gern hast. Wenn du Entscheidungen über deine Sexualität triffst, die für dich richtig sind, ob es Enthaltsamkeit oder geschützter Sex ist, wenn du so weit bist, dann schützt das auch deinen Partner oder deine Partnerin. Du musst nicht nur dich selbst schützen, sondern wenn es um Sex geht, bist du auch dazu verpflichtet, andere zu schützen. Sei nicht egoistisch oder leichtsinnig und sei ehrlich zu deinem Partner, deiner Partnerin - in Beziehungen geht es in jeder Hinsicht immer um beide.Sei ein Freund, eine Freundin
Jeder, der einen sexuellen Übergriff erlebt hat - oder in irgendeiner Weise missbraucht wird -, braucht Freunde. Manchmal ist es schwer zu wissen, was man tun oder sagen soll. RAINN und die TEEN CASA haben ein paar Vorschläge, wie man einem Freund oder einer Freundin helfen kann, der/die gerade eine schwere Zeit hat.Hör zu und biete Unterstützung an
Urteile nicht und glaube nicht, du müsstest etwas sagen. Überlass das Reden dem Freund, der Freundin.
Sorge für Hilfe
Wenn jemand vergewaltigt wurde, ist es am besten, wenn er so bald wie möglich untersucht wird, unabhängig davon, ob er das Verbrechen anzeigen will oder nicht. Wenn deine Freundin, dein Freund beschließt, die Vergewaltigung oder den Missbrauch der Polizei zu melden, dann sei für sie/ihn da. Ihr könnt zu einem Polizeirevier gehen oder 110 anrufen.
Beschaffe Informationen
Stelle eine Liste mit Beratungsstellen, Hotlines und Websites zusammen, die Informationen geben und bei der Verarbeitung helfen. Lass deiner Freundin, deinem Freund Zeit, mit einer solchen Stelle Kontakt aufzunehmen, wenn sie/er innerlich so weit ist, oder biete an, für sie/ihn anzurufen oder nach weiteren Informationen zu suchen.
Melde Bedrohung
Sag es einem Lehrer oder Elternteil, wenn jemand bedroht wird. Du solltest bösartiges Verhalten nicht fördern; hole einen Erwachsenen zu Hilfe und sorge dafür, dass Bedrohung an deiner Schule aufhört.