Liebe Leserin, lieber Leser,

 

der Ursprung zu ›Chandas Krieg‹ liegt in meiner tiefen Verbundenheit mit Chanda und ihrer Familie, den Figuren aus ›Worüber keiner spricht‹. Während der Arbeit an diesem ersten Roman lernte ich sie lieben. Und wollte plötzlich mehr über meine neuen Freunde wissen.

Konnte der furchtbare Streit zwischen Chanda und ihren Verwandten überwunden werden? Und überhaupt – diese Verwandten. Sie waren zwar grausam gewesen, aber vielleicht hatten sie auch eine freundlichere, verletzlichere Seite?

 

Ich träumte von Chanda, und in diesem Traum sah ich Kindersoldaten. Völlig elektrisiert wachte ich auf. Was wäre, wenn Chanda und ihre Geschwister zum Dorf der Verwandten fahren würden, um dort den Familienstreit zu beenden? Was wäre, wenn sich der Krieg im Nachbarland inzwischen über die Grenze ausgebreitet hätte? Was wäre, wenn Chanda ihr Leben riskieren müsste, um Bruder und Schwester zu retten?

 

Ich traf mich mit Leuten, die Kindersoldaten gewesen waren, mit ihren Opfern und mit Sozialarbeitern, Armeeoffizieren, Geisterheilern, einem Dorfvorsteher und vielen, vielen anderen. Außerdem reiste ich nach Afrika, um vor Ort Einiges zum Überleben im Busch und übers Spurenlesen zu lernen. Dieses Buch ist das Ergebnis all dessen. Es ist eine Geschichte über Liebe und Verlust, Betrug und Vergebung – und, vor allem, über eine furchtlose junge Frau, die sich weigert, die Hoffnung aufzugeben.

 

In den letzten Jahren waren die Figuren dieses Romans immer um mich. Ich bangte um sie, war entsetzt und erschüttert, lachte und freute mich mit ihnen, während wir gemeinsam durch die afrikanische Wildnis reisten.

Nun, nach so langer Zeit, übergebe ich sie in Ihre Obhut.

 

Herzlich,

Ihr Allan Stratton